Mieter hauen auf den Putz

11 Apr

Bewohner von Häusern der Wohnungsbaugesellschaft Gesobau wehren sich gegen teure Sanierung. Ihre Mieten sollen kräftig steigen – teilweise auf das Doppelte.

von Sebastian Heiser

Einige Mieter sollen in Zukunft mehr als doppelt so viel für ihre Wohnung zahlen: Die landeseigene Gesobau plant die aufwendige Sanierung einiger heruntergekommener Mietshäuser in Pankow. Die Mieter aus drei betroffenen Objekten haben sich zu einem „Bündnis Pankower Mieterprotest“ zusammengeschlossen: Einerseits freuen sie sich, dass die Wohnungsbaugesellschaft endlich Geld in die Hand nimmt und die Schäden an den lange vernachlässigten Häusern beseitigt. Andererseits fordern sie, dass die Gesobau auf die individuellen Wünsche der teils langjährigen Mieter eingeht und auf Umbauten verzichtet, die die Mieter unsinnig und überteuert finden.

Weiterlesen in der taz

Kiezspaziergang im Wedding, 21.4. 14 Uhr

Hier der Link zum Pankower Mieterprotest

9.4.: Zwangsräumung in Reinickendorf

10 Apr

Heute Di., den 09.04.2013, wurde die Wohnung von Rosemarie F. in der Aroser Alle 92 in Berlin-Reinickendorf um 9.30 Uhr im dritten Anlauf geräumt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot mit ca. 140 Polizisten und 30 Einsatzfahrzeugen vertreten. Bereits am Freitag, den 06.04., versuchte die Polizei durch Präsenz mehrerer Einsatzkräfte, davon mindestens einer im Cafe, eine Nachbarschaftsversammlung im Cafe am See in Reinickendorf einzuschüchtern.

Pressemitteilung vom Bündnis Zwangsräumungen verhindern

Die Räumung war für Rosemarie F.s Gesundheitszustand so belastend, dass sie nicht vor Ort sein konnte. Vor Ort waren aber 120 Unterstützer_innen und Nachbar_innen, die ihrem Protest gegen hohe Mieten, Verdrängung und Zwangsräumung lautstark Ausdruck verliehen und zeigten: Zwangsräumung und Verdrängung passieren nicht mehr still und leise und schon gar nicht unwidersprochen.

Die Gerichtsvollzieherin kam um 9.00 Uhr mit dem Anwalt der Eigentümerin und lies durch einen Schlosser die Wohnungsschlösser auswechseln,. Die Schlüssel gehen an die Eigentümerin Birgit Hartig, die damit die Verfügungsgewalt über die Wohnung hat. Die Räumung erfolgte obwohl von Rosemarie F.s Anwalt Beschwerde beim Landgericht eingelegt wurde, da vom Gericht nicht alle Anträge bearbeitet wurden. Das Gericht entschied, wie so oft, für die Eigentümerin und lehnte die Beschwerde ab. Dagegen wurde Widerspruch eingelegt.

Für die schwerbehinderte und schwer kranke Rosemarie F. bedeutet dies die Obdachlosigkeit. Für Rosemarie F. war die Wohnung der letzte Rückzugsort, erst letzte Woche wurde ihr erneut, auf Anfrage des Gerichtes, durch ein fachärztliches Attest bestätigt, dass ihr eine Wohnungsräumung nicht zuzumuten ist. So werden durch Politik und Justiz selbst gegen alte und kranke Menschen die Interessen der Eigentümer gnadenlos durchgesetzt.

Hintergrund:
27.2. – Zwangsräumung in der Aroser Allee
Zwangsräumung in letzter Minute ausgesetzt

Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz in besetzter Schule

8 Apr

Unverhältnismäßiger Polizeieinsatz: Polizei zerstört Lebensraum und schafft Klima der Angst sowie Kriminalisierung. Erneut nimmt die Polizei eine Auseinandersetzung außerhalb der besetzten Schule zum Anlass, um mit unverhältnismäßigem Mitteleinsatz gegen alle Geflüchteten in der besetzten Schule vorzugehen, kritisieren betroffene Refugees und anwesende Supporter_innen.

Pressemitteilung der protestierenden Geflüchteten und Supporter_innen in Berlin

asylstrikeberlin.wordpress.com

Am 7.4. gegen halb acht drang eine größere Anzahl Polizeibeamter eines
Sonderkommandos teils vermummt in die Schule ein, riegelten diese
komplett ab, zerstörte einen Großteil der Türen zu den Räumen, ohne den
Bewohner_innen Zeit zum Öffnen zu lassen und wecken diese laut
Zeugenaussagen teilweise zu dem mit vorgehaltener Waffe. Sie wurden
teilweise aufgefordert die Räume zu verlassen, sich mit erhobenen Hände
an Wände zu stellen, um sie durchsuchen zu können. Einer Anwältin wurde
der Zugang verwehrt. Auskünfte zu dem Hintergrund dieser Polizeiaktion
wurden an Betroffene nicht erteilt. Zu dem wurde diese Razzia dazu
benutzt, Geld, Handys, eine Uhr und weiteres Eigentum von Refugees zu
beschlagnahmen. Belege wurden dafür nicht ausgestellt.

Zwei Refugees wurden festgenommen, aber kurz darauf wieder freigelassen.
Ein Refugee begab sich zur medizinischen Versorgung in ein Krankenhaus.

Zurück blieben schockierte, ohnehin traumatisierte Geflüchtete, darunter
Kinder, in einem zerstörten Lebensraum, denen erneut damit klargemacht
wurde, dass es für sie keinen rechtlich geschützten Rückzugsraum, keine
Privatspähre und keinen Schutz für ihr Eigentum geben soll.

Dass ist für uns nicht hinnehmbar! Wir fordern die politisch
Verantwortlichen auf, alle Hintergründe und Polizeimaßnahmen einer
eingehenden und transparenten Prüfung zu unterziehen sowie den
mündlichen Durchsuchungsbefehl des zuständigen Richter hinsichtlich der
Weiträumungkeit und Verhältnismäßigkeit der Mittel zu prüfen. Zu dem ist
dafür zu sorgen, dass beschlagnahmtes Eigentum an die Besitzer_innen
zurückgeben wird.

Die besetzte Schule ist kein rechtsfreier Raum und die Refugees sind
keine rechtlosen Menschen, an denen sich Polizeibeamte ohne jede
Konsequenz auslassen können! Dem Anliegen der Refugges sich den
Auswirkungen von Flucht, Gewalt und Ausgrenzung sowie prekären
Lebensbedingungen selbst wirksam und strukturiert entgegenzustellen,
wirkt dieses durch solche Polizeieinsätze geschaffene Klima von Angst,
Verunsicherung und Kriminalisierung diametral entgegen.

16.04. 20 Uhr vegane Vokü & Film: Verzaubert

4 Apr

Ab 21.00 Uhr zeigen wir den Film „Verzaubert“ von Jörg Fockele und Dorothee von Diepenbroick 1992. Lesben und Schwule verzaubert-cover-b200erzählen ihre Geschichte: 13 Personen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren geben Auskunft darüber, wie sie Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegszeit in Hamburg als Homosexuelle erlebten und überlebten.

2.4.: Zwangsräumung einer Familie in Neukölln unter Protest

3 Apr



Aus der Pressemitteilung des Bündnisses „Zwangsräumungen verhindern„:

„Dass hohe Mieten, Verdrängung und Zwangsräumungen keine Einzelfälle sind wurde während der Blockade deutlich. Viele Nachbar_innen solidarisierten sich und einige berichteten davon, dass auch bei ihnen eine Zwangsräumung ansteht. Die Feststellung des am 14.02.2013 zwangsgeräumten Ali Gülbol hat weiter Gültigkeit: Der Kampf hat erst begonnen.

Dies wird sich schon in einer Woche, am 09.04.2013 erneut in Reinickendorf zeigen, wo die am 27.02.2013 überraschend ausgesetzte Räumung von Rosemarie F. wieder angesetzt ist. Das Bündnis Zwangsräumung verhindern ruft bereits zu Protesten auf.“

02.04. 20 Uhr vegane Vokü & Film: work hard play hard

21 Mär

Work-Hard-Play-HardCarmen-LosmannNach dem Essen zeigen wir den Film: „Work hard play hard“ (Carmen Losmann, 2012) – „Gewinnmaximierung, grenzenloses Wachstum und die Ressource Mensch: Die Grenzen zwischen Arbeit und Lifestyle sollen verschwinden. Bei Auswahl, Motivation und Training der Mitarbeiter wird nichts dem Zufall überlassen. Selbstoptimierung lautet die Devise.“ Eindringliche Dokumentation moderner Arbeitswelten.

23.3.2013: Refugees‘ Revolution Demo

18 Mär

19.03. 20 Uhr Vegane Vokü & Film: Bread & Roses

11 Mär

Ab 20.00 Uhr gibt’s veganes Essen und danach ab ca. 21.00 Uhr den Film „Bread & Roses“ (2000, R.: Ken Loach) – Zwei Putzkräfte kämpfen um ihre Rechte. An der US-Westküste angesiedeltes Sozialdrama. Politischer Hintergrund des Films ist bread_and_roses-okeine Mitte der 90er Jahre in den USA heftig geführte Diskussion um die Organisierung von Migrant_innen in den Gewerkschaften.

05.03. 20 Uhr Vegane Vokü & Film: The Navigators

28 Feb

Ab 20 Uhr gibst was leckeres, veganes für in den Magen und danach den Film: the navigators (Ken Loach 2001)thenavigatorsfrontfinal_460
Die Geschichte einer Gruppe von fünf Arbeitern bei der britischen Bahn nach deren Privatisierung.

Zwangsräumung in letzter Minute ausgesetzt

27 Feb

Pressemitteilung Bündnis Zwangsräumung verhindern, 27.02.2013 12 Uhr

Heute, am Mittwoch den 27.02.2013, sollte die schwerbehinderte 67-jährige Rosemarie F. aus ihrer Wohnung in der Aroser Allee 92 in Berlin-Reinickendorf zwangsgeräumt werden. Die Polizei war mit einem Großaufgebot, inklusive Hunden, vor Ort. Das Haus war weiträumig mit Hamburger Gittern abgesperrt. Trotz früher Morgenstunde waren mehr als 200 UnterstützerInnen dem Aufruf zur Kundgebung gefolgt, um ihrem Protest gegen hohe Mieten, Verdrängung
und Zwangsräumung lautstark Ausdruck zu verleihen.

Die Zwangsräumung wurde sprichwörtlich in letzter Sekunde ausgesetzt. Als sich die Gerichtsvollzieherin bereits Zugang zu der Wohnung verschafft hatte und das Schloß schon ausgetauscht war, bekam sie den Anruf vom Gericht, dass die Zwangsräumung für heute ausgesetzt und mindestens bis 6. März verschoben ist. Wie aus der Pressemitteilung des Amtsgerichtes Wedding zu entnehmen, will sich das Gericht Zeit nehmen, um in
„rechtsstaatlich gebotener Weise“ abzuwägen.

Das Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ begrüßt diese Prüfung. Die Eigentümerin, die die Wohnung erst zum 1.8. des letzten Jahres gekauft hatte, war davon ausgegangen, Rosemarie F. zu räumen. Sie hatte darum gar kein Mietkonto mehr angegeben. Nun kam durch die Unterstützung des Bündnisses heraus, dass der Bezirk zur Mietzahlung generell bereit und übrigens verpflichtet ist und natürlich die aufgelaufenen Mietzahlungen
auch übernimmt. Darum sehen wir jetzt Hoffnung für Rosemarie F.