Küfa & Film 9.12.20, 20 Uhr: „On my skin“

4 Dez

Stefano Cucchi war 31 Jahre alt, als er von den Carabinieri in Rom für
ein paar Gramm Haschisch angehalten wurde. Nach einer Woche wird sein
Körper an die Familie zurückgegeben – tot, getötet durch die Gewalt der
italienischen Polizei. Seitdem haben Strafverfolgung, Politik und die
italienische Justiz versucht, das Gedenken an ihn zu zerstören, die
Familie, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit fragt, zu isolieren und
Fehlinformationen zu streuen. Diese Geschichte ist nur eine weitere
Geschichte von Menschen, die vom italienischen Staat im Gefangenschaft
getötet wurden.

Der Film „On my skin“ wurde im vergangenen Jahr bei den Filmfestspielen
in Venedig vorgestellt. Er wurde sofort zensiert, weil er, wie der
rassistische Ex-Minister Salvini sagte, „die Arbeit der italienischen
Polizei diskreditiert“. Vor einigen Wochen bestätigte ein Gericht zum
ersten Mal, dass die Carabinieri, die Stefano verhaftet
haben, schuldig sind, ihn getötet zu haben. Dies markiert einen
grundlegenden Wendepunkt in der jüngsten Geschichte der Anti-Repression
in Italien, den wir feiern wollen, wenn wir uns diesen schmerzhaften,
aber notwendigen Film ansehen.

Film mit anschließender Diskussion.
Außerdem wie immer vegan/ vegetarische Küfa, Bar und abhängen auf Sofas.

„Sie hätte auch das Hundertfache fordern können“

29 Okt

Von 1944 bis 1945 versteckten sich Mitglieder der jüdischen Widerstandsgruppe „Chug Chaluzi“ im Hinterhaus der Groninger Straße 50 vor den NationalsozialistInnen und organisierten Widerstand gegen die Verfolgung.

Zvi Aviram im September 2019 im Jüdischen Museum Berlin

„Er sprach von seiner Sekretärin Elly Peipe, die bereit war, ihre Wohnung zur Verfügung zu stellen, auch als Versteck für Illegale“, schreibt Gad Beck in seinen Erinnerung. Gad Beck wurde 1923 als Sohn einer christlich-jüdischen Familie in Berlin geboren und war von 1943 bis 1945 in der jüdischen Jugendwiderstands-bewegung „Chug Chaluzi“. Vom Herbst 1944 bis März 1945 versteckte er sich in der Wohnung von der Verkäuferin Elly Peipe in der Utrechter Straße 50 (heute: Groninger Str. 50), im Erdgeschoss des Hinterhauses.

Die „Fabrikaktion“

Am 27. Februar 1943 sollten alle Jüdinnen und Juden Berlins, die bisher von den Deportationen verschont geblieben waren, verhaftet werden, die „Fabrikaktion“. Einige arbeiteten noch in der Rüstungsindustrie. Ohne Vorwarnung riegelten die Gestapo und die SS Betriebe ab und verhafteten alle Jüdinnen und Juden, die sie kriegen konnten. Die meisten von ihnen wurden Anfang März in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur wenige konnten untertauchen oder lebten schon im Untergrund. So die Mitglieder der jüdischen Pfadfindergruppe. „Ewo und ich hatten die Kinder schon vor meinem Untertauchen auf diese ‚Stunde X’ vorbereitet, auf den Augenblick, in dem es keinen Ausweg mehr gab“, beschreibt es Jichzak Schwersenz, Lehrer der Gruppe. „Ewo“ ist der Spitzname von Edith Wolff, die ebenso in der Gruppe war, 1943 aber verhaftet wurde. Sie überlebte zwölf Haftstationen, unter anderem das Konzentrationslager Ravensbrück und wanderte später nach Israel aus.

Im Untergrund

Damit die Nazis sie nicht kriegen, gingen die Chawerim, die Genossen, in den Untergrund. Dazu mussten sie Geld haben, falsche Pässe, Lebensmittel. Und vor allem brauchten sie Wohnungen. Eine solche Wohnung war die von Elly Peipe. Sie überließ Gad Beck und seinem Genossen Zvi Aviram (Heinz Abrahamsohn) ihre Wohnung zum selben Mietpreis. Zvi Aviram nennt sie noch heute „unser Hauptquartier“. „Sie hätte auch das Hundertfache fordern können“, schreibt Gad. „Wie oft traf ich dagegen Leute, die mit unserer Not ihren Reibach machten.“ Nicht so Elly Peipe. Sie brachte den Versteckten sogar noch Kohlen und Konserven vorbei, besuchte sie täglich, damit die Nachbar*innen keinen Verdacht schöpften.

Fluchthilfe und Verhaftung

Die Wohnung war in unmittelbarer Nähe zum jüdischen Krankenhaus, das als Gestapo-Sammellager missbraucht wurde. Gad Beck und Zvi Aviram nutzten die günstige Lage und halfen Menschen, zu fliehen. „Es lebten in den zwei Räumen (Kueche und Zimmer) in der Utrechterstr. nach einer geglueckten Flutaktion aus der Iranischen Strasse, zeitweilig mit mir und Heinz Abrahamsohn noch etwa 8 – 10 Kameraden“, schreibt Gad in einem Brief an das Entschädigungsamt Berlin 1963. Noch im März 1945 wurden Elly Peipe und Paul Dreyer, ihr Chef, der den Kontakt zur Gruppe hergestellt hatte, denunziert. Elly Peipe und Paul Dreyer wurden wegen „Judenbegünstigung“ ins Zuchthaus gesperrt. Gad Beck und Zvi Aviram wurden von der Gestapo verhaftet.

Erinnerung und Respekt

Wir, die Bewohner*innen des Hausprojektes Groni50, in dem die frühere Wohnung Elly Peipes ist, wollen an ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit erinnern. In Zeiten, wo sich jüdische Menschen in Berlin vor den Nazis, vor Mord, Folter und Deportation verstecken mussten, hat sie ihnen ein Obdach geboten. Viel zu wenige haben ähnliches getan. Unser tiefster Respekt gilt auch den Mitgliedern von „Chug Chaluzi“, die sich während der brutalen Verfolgung durch die antisemitische Vernichtungspolitik widerständig organisierten und sich gemeinsam vor den Deutschen retten konnten. Gad Beck und Zvi Aviram überlebten die Gestapo-Haft. Elly Peipe und Paul Dreyer wurden kurz vor der Befreiung 1945 aus dem Zuchthaus entlassen. Zvi Arviram lebt noch heute in Israel.

Am 16. September 2019 besuchte er Berlin und sprach im Jüdischen Museum über sein Leben. Einen Audiomitschnitt der Veranstaltung gibt es hier: „Dem Tod von der Schippe gesprungen“

16. November: Hausparty – siempre stabil im Wedding!

28 Okt

Groni50, siempre stabil im Wedding!
Soliparty für Geflüchtete und linksradikale Arbeit im Kiez!

Im November 1980 wurde unser Haus in der Groninger Straße 50 besetzt um ein Zeichen gegen kapitalgetriebene Stadtentwicklung zu setzen und kollektives Wohnen zu ermöglichen. Das ist nun 39 Jahre her, und leider sind die Zeiten seitdem nicht besser geworden.

Das stand einer ordentlichen Geburtstagsfeier nie im Weg, und so freuen wir uns auf eine Party mit allen Freund*innen und Genoss*innen die uns über die Jahre und Jahrzehnte begleitet haben.

Konzert mit:

  •  Melatonin (Stoner/70’s/Punk)

DJ/anes auf 2 Floors:

  • Testrock (diskurs disko)
  • Karacho Rabaukin (Klub Balkanska)
  • Fwd:Katzenbild (PathosPop, Techno)
  • Finest All-Time Faves aus Haus und Hof

Außerdem gibt’s Karaokehöhle, Partyglücksrad, Kassetten-Kalle-Klassics und Kicker. Essen, Cocktails, extravagante Schnapsmischungen auch.

16. November // 21:00 // Eintritt Spende

PS: Wir haben was gegen Sexismus, Homo- und Transphobie, Rassismus und Antisemitismus oder andere menschenverachtende Ideologien. Entsprechend handeln wir dann auch.

14.10.: Das war der Sommer? Antifa und die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen

13 Okt

#unteilbar Demonstration in Dresden14. Oktober 2019, ab 20 Uhr: Auswertung der antifaschistischen Vernetzung zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen mit veganer Küfa.

Antifaschistische Strukturen aus Berlin beteiligten sich in den vergagenen Monaten an einer Vielzahl von Bündnissen und Aktionen in Brandenburg und Sachsen. Im Wahlkampf wollte man die Aufmerksamkeit für eigene Inhalte nutzen und vor allem der AfD in die Parade fahren. Den Antifaschist*innen vor Ort sollte unter die Arme gegriffen werden und sie im Kampf gegen den neuen Faschismus unterstützt werden. Texte wurden geschrieben, Konzerte veranstaltet, Workshops durchgeführt, Sticker geklebt und viel Zug gefahren. Und selbstverständlich wurde gewählt: leider vor allem AfD.
Mit ein bisschen Abstand zu den Aktionen wollen wir gemeinsam Bilanz ziehen. Dazu haben wir Aktivist*innen von Nationalismus ist keine Alternative, Wann Wenn Nicht Jetzt und Brandenburg Calling eingeladen.

Außerdem wie immer vegetarisch/vegane Küfa und Bar!

Zwangsräumung von Daniel verhindern!

12 Okt

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Zwängsräumung von Daniel verhindern!
Mittwoch, 16. 10. 2019, 6.00 Uhr
Transvaalstraße 20, 13351 Berlin-Wedding

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Die Gerichtsvollzieherin hat sich für 7.00 Uhr angekündigt. Kommt rechtzeitig! Kundgebung ab 6.00 Uhr vor dem Haus.

Seit über 35 Jahren, ein halbes Leben, nennt Daniel schon die Wohnung in der Transvaalstraße sein Zuhause. Jetzt steht nicht nur der Winter, sondern auch seine Räumung vor der Tür. Seit vielen Monaten kämpfen wir gemeinsam um sein Zuhause, doch dem Eigentümer Zunker ist die Rendite wichtiger.

Nachdem die Wohnung jahrelang vernachlässigt und dringend notwendige Reparaturen gar nicht oder von Daniel selbst ausgeführt wurden, hat er schließlich die Miete gemindert. Das wurde ihm als Mietschulden ausgelegt. Schlecht beraten wurde Daniel von seinem Anwalt, einem hohen Tier bei der Immobilienlobby von Haus und Grund.

Das Jobcenter weigerte sich die Mietschulden zu übernehmen, obwohl kein Missbrauch vorlag und sie zur Verhinderung von Obdachlosigkeit dazu angehalten sind. Jetzt gibt es einen Räumungstitel. Das Jobcenter ist sogar zu knauserig Umzugs- und Einlagerungskosten seiner Sachen zu bezahlen. Ein erster Räumungstermin wurde aus gesundheitlichen Gründen verschoben. Denn neben dem psychischen Stress der drohenden Obdachlosigkeit, ist auch die Wohnung selbst lange eine Körperverletzung gewesen. Die Bleirohre der Wohnung wurden erst kürzlich ausgetauscht, Daniel überlebte vor wenigen Jahren eine seltene Krebserkrankung. Ein Zusammenhang ist naheliegend, aber nicht nachweisbar. Oder wie es schon Heinrich Zille sagte: „Man kann einen Menschen mit einer Wohnung erschlagen wie mit einer Axt.“

Während in Frankreich im Oktober die Winterpause für Zwangsräumungen beginnt, soll Daniel gnadenlos auf die Straße gesetzt werden. In den letzten Monaten hat er nicht nur wie ein Löwe um das eigene Zuhause gekämpft, sondern auch zahlreiche andere Mieter*innen unterstützt und wurde Teil der mietenpolitischen Bewegung.

Seine Zwangsräumung wird nicht still und leise über die Bühne gehen! Wir wollen Eigentümer, Polizei und Gerichtsvollzieher*in keinen Fußbreit ins Haus lassen! Unsere Wut gilt ihnen, unsere Solidarität gehört Daniel. Wir bleiben Alle! Keine weiteren Räumungen!

Bündnis Zwangsräumung Verhindern
berlin.zwangsraeumungverhindern.org
Hände weg vom Wedding
www.unverwertbar.org

26.9.: Zwischen Gold und Klimawandel

15 Sep

Kampf um ein gutes Leben im peruanischen Regenwald. Lesung am 26. September um 19 Uhr bei uns in der Groni.Peru Regenwald Amazonas Klimawandel

Die Journalistin Hildegard Willer liest aus ihren Reportagen, die sie innerhalb des letzten Jahres aus verschiedenen Orten des peruanischen Amazonasgebiet geschrieben hat.
Sie hat dafür Goldgräber*innen besucht, ebenso wie indigene Widerstandskämpfer*innen, Umweltschützer*innen, und Schaman*innen. Sie war in einem Dorf, in dem Erdöl aus einer kaputten Pipeline fließt, und in einem weiteren, in dem Indigene mit Drohnen den Wald schützen. Sie hat mit einer Kleinbäuerin gesprochen, die sich den Goldgräber*innen widersetzt, ebenso wie mit einem der letzten Indigenen, der sich daran erinnert, wie es war, bevor die Weißen kamen.

BAUSTOPP: KÜFA im August fällt leider aus

11 Aug

Sorry, die KÜFA im August muss leider ausfallen…uns sind da ein paar Bauarbeiten dazwischen gekommen. Shit happens…

Wir freuen uns schon jetzt auf September: Mit Küfa am 9. September und frisch renovierten Örtlichkeiten.