Schließt das Lager!

24 Nov
schliesstdaslager

Foto: Erwerbslosenini Basta Berlin

Heute protestierten die Bewohner*innen der Notunterkunft in der Osloers Straße/Koloniestraße gegen ihre menschenunwürdige Unterbringung und treten in den Streik. Seit 13 Monaten wohnen sie in dem Lager.

„Wir müssen seit einem Jahr in dieser Notunterkunft leben und fordern Sie dazu auf, sie zu schließen. Wir möchten in besseren und menschlicheren Bedingungen, wie zum Beispiel in einem Wohnheim untergebracht werden“, fordern die Bewohner*innen der Notunterkunft in der Osloer Straße auf der heutigen Kundgebung.

Etwa 150 Menschen wohnen zusammen in der Turnhalle, die eigentlich nur als Erstaufnahmeeinrichtung gedacht war. Alle sind also in einem Raum untergebracht. „Hände weg vom Wedding“ berichtete vor einem halben Jahr über die schlechten Bedingungen in der Notunterkunft. Man kann sich leicht vorstellen, dass die sanitären Einrichtungen einer Turnhalle nicht für so viele Menschen und für so lange Zeit ausgelegt sind. Zudem macht die fehlende Privatssphäre den Bewohner*innen zu schaffen. „Immer mehr Menschen, insbesondere Kinder und Jugendliche, leiden an psychischen Problemen: Einige haben Depressionen, können nicht essen und schlafen oder brechen in Panikattacken aus“, schreiben die Bewohner*innen auf einem Handzettel.

Das allein wäre Grund genug die menschenunwürdige Unterbringung endlich zu beenden. Hinzu kommt aber außerdem fehlender Respekt seitens der Leitung des Lagers gegenüber den Bewohner*innen. „Wir sind Menschen und keine Waren, die zum Geldmachen gelagert werden.“ Die Unterbringung von Geflüchteten verschafft den Betreibergesellschaften oft großzügige Gewinne, die nicht einmal genau kalkuliert werden können. Die Situation der Bewohner*innen in den Unterkünften verbessert sich durch diese Profite allerdings nicht.

Skandalös ist in diesem Zusammenhang der Leerstand von bezugsfertigen Wohnheimen. In Berlin stehen aus bürokratischen Gründen völlig fertige Unterkünfte leer. Die Betreibung von Unterkünften muss öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden. Das macht sicherlich Sinn. Völlig unsinnig ist es aber, Menschen über Monate in Turnhallen leben zu lassen, obwohl es fertige Wohnung für sie gibt, nur weil bürokratische Verfahren sich in die Länge ziehen.

Schließt das Lager!

 

 

Endlich wieder: Hausparty am 19.11.2016

3 Nov

partyflyer2016_webNach langen, zähen Verhandlungen haben wir nun endlich einen neuen Mietvertrag für die Groni50 unter­ zeichnen können. Wir danken allen Unterstützer*innen herzlichst für die Solidarität, die uns Kraft und Aus­ dauer fürs Weiterkämpfen gegeben hat!

Und selbstverständlich gehört das auch gefeiert: Am 19. November laden wir Euch wieder zu unserer alljährlichen Hausparty! Wie immer wird es ein wildes Durcheinander. Wir freuen uns riesig auf Euch!

19. November 2016 in der Groninger Straße 50
Eintritt ab 20 Uhr
Musik ab 21 Uhr

Konzert
Mo et Moi – Minimal Bombast Loops (Berlin Wall of Sound)

Alva Litz – Anarchanson française made in Berlin

Konserve:
Testrock – diskursorientiert & tanzbar
Fwd:Katzenbild;) – Pathos-Pop
Karacho Rabaukin – Balkan Beats (Klub Balkanska/Danza Globalistan)
Cable Street Beat – dancing with attitude
t.i.A b2b Bruno – Techno
Musica di Sottofondo – Independent Mix
Kalle – Psychedelic
Nessuno x – italian music disco trash

DI – 1.Nov. ab 20Uhr : Küfa mit Infos von&zur Friedel54

30 Okt

Am Dienstag, 1. November kocht die Groni50 für euch! Ab 20 Uhr öffnen wir die Tür & es gibt lecker veganes Essen. Zu Besuch haben wir diesmal Leute aus der Friedel54 mit nem Kurzvortrag zum aktuellen Stand, Ideen zur Unterstützung und Einbettung des Kampfes in den stadtpolitischen Kontext. Der Stadtteilladen F54 kämpft weiter!

friedel-wimpel1-724x1024Das Haus in der Friedel54 steht seit dem ersten Verkauf 2013 unter großem Verwertungsdruck. Doch im Laufe der Gegenwehr gelang es dem Kiezladen zusammen mit den Nachbar_innen ein Modell für den Kauf und die Selbstverwaltung des Hauses zu entwickeln. Nach kurzen Scheinverhandlungen mit der Eigentümerfirma CITEC wurde das Haus hinter unserem Rücken an die anonym agierende Briefkastenfirma Pinehill aus Luxemburg verkauft. Der Laden ist seit Mai diesen Jahres besetzt. Die
neue Eigentümerfirma versuchte umgehend einen Räumungstitel gegen uns zu erwirken. Am 20.10. gab es die Verhandlung am Amtsgericht Neukölln. Fakt ist, wir gehen nicht freiwillig!

Die Häuser denen, die sie brauchen!

Endlich: Groni50 gesichert!

17 Okt

Nach langen, zähen Verhandlungen haben wir nun endlich einen neuen Mietvertrag für die Groni50 unterzeichnen können. Wir danken allen Unterstützer*innen herzlichst für die Solidarität, die uns Kraft und Ausdauer fürs Weiterkämpfen gegeben hat!

cocktailz_webAb dem 1. Oktober 2016 gilt unser neuer Mietvertrag, der für die nächsten 15 Jahre den kollektiven Wohnraum im Hinterhaus der Groninger Straße 50 sichern wird – eine Option auf Verlängerung für weitere fünf Jahre gibt es auch noch. Wir haben einen Vertrag mit der Eigentümerin Gesobau aushandeln können, der die Autonomie unseres Hauses nicht antastet und gleichzeitig für die Zukunft einen nicht privatisierten Wohnraum sichert. Damit können sich weiterhin Initiativen in unseren Gemeinschaftsräumen treffen, wir können die monatliche Küfa organisieren oder unsere Räume für andere selbstorganisierte Projekte zur Verfügung stellen.

Nach so langen Verhandlungen sind wird unendlich froh und erleichtert die Groni50 für die nächsten Jahre beleben zu können. Wir sind aber auch erschöpft und müssen unsere Kräfte konsolidieren – und vor allem uns selbst mal auf die Schultern klopfen. Wir werden reflektieren, wie der Verhandlungsprozess gelaufen ist und was es heißt, dass in der heutigen Zeit ein Mietvertrag ein Grund zum Feiern ist – anstatt die grundsätzliche Kollektivierung des Wohnraums zu fordern.

An dieser Stelle sei noch einmal mit allem Nachdruck ein herzlicher Dank für an unsere vielen Unterstützer*innen ausgesprochen! Ohne eure Solidarität wüssten wir nicht, wo wir heute stünden!

Und selbstverständlich gehört das auch gefeiert: Am 19. November laden wir Euch wieder zu unserer alljährlichen Hausparty! Wir freuen uns riesig auf Euch!

Dienstag, 4. Oktober: Spieleabend und Küfa

29 Sep

pachisi…da schon wieder Herbst ist, laden wir euch zur Candel-light-Küfa am Di, 4.Oktober ab 20 Uhr ein. Anschließend rollen die Würfel, fliegen die Karten oder was sonst noch so geht beim gemeinsamen Spieleabend. Gern könnt ihr eure Lieblingsspiele mitbringen, eine Auswahl stellen wir aber auch gern. Diesmal ganz neu: Das Tatortspiel!

Wer erinnert sich noch an den Namen des Tatorts von 2012, die Kommissarin von 2002 oder schätzt richtig, wie lang der Dreh auf Grund eines Wadenbruchs unterbrochen werden musste…Tatortspiel? Erklärung hier: https://www.youtube.com/watch?v=ZMeV5mvsEPw

 

P.S.: Leider wurde das Veganladen-Kollektiv immer kleiner und kann die Küfa (am 3.DI im Monat) nicht mehr stemmen. Das finden wir sehr schade, können das aber voll verstehen. Wir wünschen ne erholsame Findungsphase!
Für uns und alle anderen heißt das: In der Groni gibt es nur noch am 1. DI im Monat ab 20 Uhr Küfa. (oder anderes gesagt: Bis auf Widerruf findet keine Küfa am 3.DI statt – sorry…)

Wenn ihr Vorschläge habt, könnt ihr uns die auch immer gern schreiben (per mail, facebook,twitter).

Tag X² – Räumung trotz Mietvertrag

20 Sep

HG M99Heute morgen entschied das Gericht komplett gegen HG/M99. Es sieht keine Schutzbedürftigkeit und hält einen Rauswurf für vertretbar, weil staatliche Institutionen bereitstünden, ihn aufzunehmen. Die Zwangsräumung am 22. September wird immer wahrscheinlicher – trotz des neuen Mietvetrages für HG ab Mai 2017.

Zum Hintergrund der Beitrag des Bündnisses Zwangsräumung verhindern!

HG hat einen Mietvertrag für einen anderen Laden in Kreuzberg. Dort kann er ab Mai 2017 einziehen. Einen bezahlbaren Laden in Kreuzberg zu finden ist schon ein unglaubliches Glück und so könnte jetzt eigentlich alles gut sein.

Wäre da nicht der Eigentümer Frederick Hellmann, der HG trotzdem am Donnerstag, den 22.9., um 9 Uhr räumen lassen will. Nochmal zur Erinnerung: Hellmann hat 2 Modeläden in Berlin, er machte 2011, nach eigenen Angaben, einen Jahresumsatz von 80-90 Millionen Euro, und er hat die Manteuffelstrasse 99 gekauft um seinen Teil am Immobilienboom Berlins einzufahren.

Natürlich bringt so ein Haus noch mehr ein ohne Mieter*innen, und vor allem ohne solche die einen “Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf” betreiben. Dass er dabei die Existenz eines rollstuhlabhängigen Ladenbetreibers zerstört, die dieser sich in 30 Jahren aufgebaut hat, ist ihm genauso egal wie den anderen Immobilienfuzzis, was sie auf ihrer Jagd nach Profit durch Berlins Innenstadt anrichten.

Noch ist ein Antrag auf Räumungsaufschub wegen HGs angeschlagener Gesundheit und dem neuen Mietvertrag anhängig. Der hat allerdings keine große Aussicht auf Erfolg. Spätestens am 20.9. soll darüber entschieden sein.

Wenn der Räumungsaufschub abgelehnt, wird sehen wir uns am 22.9. auf der Straße. Seid vor den Bullen da!

Friedel54 erhält Räumungsklage

7 Sep

Die erste Kontaktaufnahme des neuen Eigentümers mit der Hausgemeinschaft der Friedel54 ist eine Räumungsklage. Die Groni50 erklärt sich solidarisch: Die Häuser denen, die sie brauchen! Räumung verhindern!

Findet hier die Stellungnahme der Hausgemeinschaft veröffentlicht:

Friedel54Der Kiezladen Friedel 54 hat die Räumungsklage erhalten. Nach einem langen Kampf gegen die Verdrängung durch die „CITEC Immo Invest GmbH“, hat diese das Haus Ende Juni an die „Pinehill S.à.r.l.“ mit Sitz in Luxemburg verkauft. Die Hausgemeinschaft hat vergeblich versucht, das Haus mit Hilfe des Mietshäusersyndikats zu kaufen. Pinehill hat also in vollem Bewusstsein um den Friedel54-Konflikt das Haus gekauft und sofort die Räumungsklage eingereicht. Die Klage ist die erste Kontaktaufnahme aus Luxemburg, denn dass das Haus verkauft worden ist, hat die neue Eigentümerin immer noch niemandem hier mitgeteilt. Die Hausgemeinschaft der Friedel54 sah sich schon unter der alten Eigentümerin mit massiven Mieterhöhungen wegen Modernisierung bedroht, was durch den Kampf der letzten Monate zumindest teilweise abgewehrt werden konnte. Bis jetzt.

Das Verhalten des neuen Eigentümers ist also nicht nur eine Kampfansage an den Kiezladen, sondern auch an die Hausgemeinschaft. Gleichzeitig spiegelt es die kapitalistische Stadtpolitik wieder. Verdrängt wird alles, was keine maximale Rendite verspricht. Menschen mit geringem Einkommen und unkommerzielle Räume sind in dieser Logik nichts wert.

Wir fragen uns weiterhin: Wer ist dieser „Eigentum“?
Schon seit April bekommen wir komische Briefe, in denen wir aufgefordert werden, die Räume „zurückzugeben“.
Doch warum sollten wir unsere Räume “zurück”-geben und an wen? Wir sind diejenigen, welche die Räume seit über 12 Jahren mit Leben, Liebe und Solidarität füllen! Ein Eigentumsrecht, welches die Interessen einer dubiosen Immobilienfirma, die erst seit ein paar Monaten existiert, sich aus zwielichtigen Kapitalquellen finanziert und uns mit Gewalt vertreiben will, schützt, werden wir nicht akzeptieren. Diese Räume gehören uns und wir geben sie nicht “zurück”! Stattdessen wollen wir mehr:

Mehr Solidarität in der Nachbarschaft – Mehr rebellische Kieze – Mehr Stadt von Unten.

In einer Welt, in der ein immer größerer Teil des Lohns, für den wir unsere Arbeitskraft zu Markte tragen müssen, für die Miete draufgeht, ist es umso wichtiger, dass Menschen sich gegen Ausbeutung und andere Herrschaftsverhältnisse wehren. Die Friedel54 ist einer der Orte, wo diese Menschen zusammenkommen und Widerstand praktizieren. Viele andere soziale Räume befinden sich in vergleichbaren Situationen und sind von systematischer Verdrängung und staatlicher Repression betroffen. Wir waren, sind und bleiben solidarisch mit Euch und allen anderen von Verdrängung Bedrohten. Ihr seid nicht allein! Denn: Solidarität ist praktisch!

Die Klage ist frisch, die Beratung mit unserem Anwalt läuft. Bald werden wir eine genauere Vorstellung davon haben, wieviel Zeit uns bleibt und wie wir sie nutzen. Haltet euch bereit und die Augen offen. Wir freuen uns ausdrücklich über jede Form von Solidarität. Die letzte Runde ist eingeläutet, wer sie gewinnt, liegt an uns allen.

Don’t lose your grip on the dreams of the past. You must fight just to keep them alive