Tag Archives: Wohnungsmarkt

Rassistische Abstimmung im Mietshaus

18 Dez

Eine Wohngemeinschaft im Wedding wollte einen neuen Mitbewohner. Ein Mann aus dem Tschad sollte in ein freies Zimmer ziehen. Doch die Hausverwaltung „Harry Gerlach GmbH“ lehnte ab und startete eine Umfrage, ob „Asylanten“ im Wohnhaus wohnen dürfen.

Initiative "Flüchtlinge willkommen"In Zeiten von überfüllten Notunterkünften, die eine Zumutung sind, sollte man meinen, dass Privatwohnungen, die freie Zimmer für geflüchtete Menschen zur Verfügung stellen, ein Schritt in die richtige Richtung sind. Es gibt sogar die Initiative „Flüchtlinge willkommen“, die genau das zum Ziel hat. Doch sehen das offensichtlich nicht alle so.

Eine Wohngemeinschaft im Wedding wollte einem Mann aus dem Tschad, der seit drei Jahren in Deutschland lebt, ein Zimmer anbieten. Allerdings lehnte die Hausverwaltung „Harry Gerlach GmbH“ den Einzug ab. Kurz darauf startete sie ein rassistische Umfrage unter den Mietparteien. Sie sollten zustimmen oder ablehnen, ob die Wohngemeinschaft, den Mann bei sich einziehen lassen könne. Niemand solle sich übergangen fühlen und „womöglich der Hausfrieden in Mitleidenschaft gezogen“ werden.

Mitbewohner*innen aufgrund der Herkunft abzulehnen ist verstößt gegen das Antidiskriminierungsgesetz. Die Annahme, dass Menschen, die nicht in Deutschland geboren wurden, den Hausfrieden in Mitleidenschaft ziehen könnten, ist rassistisch. Gerade in der aktuellen Situation, die keine „Flüchtlingskrise“, sondern eine Berliner Verwaltungskrise ist, sollten Menschen, die Platz in ihrer Wohnung haben, Zimmer zur Verfügung stellen.

Mehr dazu lesen.
Das Schreiben der Hausverwaltung.
Initiative „Flüchtlinge willkommen“

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„Wohnen in Berlin – ganz toll?“

21 Sep

Die gewerkschaftlichen Erwerbslosengruppen im Koordinierungskreis (KOK) des DGB Berlin und die Berliner MieterGemeinschaft laden zu einer Veranstaltung über die Entwicklung des Wohnungsmarktes, die Auswirkungen für Erwerbslose und Menschen mit geringem Einkommen und die praktischen Folgen der „neuen“ AV-Wohnen ein.

Information und Diskussion am

Donnerstag, 24. September 2015, 17 Uhr
DGB-Haus, Wilhelm-Leuschner-Saal, Keithstraße 1+3 (Eingang Kleiststr. 19-21), 10787 Berlin
Bus M 19, M 29, M 46, U-Bhf. Wittenbergplatz

Ergebnisse des Mietspiegels 2015 und die politischen Folgerungen
Joachim Oellerich, Berliner Mietergemeinschaft, Chefredakteur des MieterEcho

Mietersituation und Segregation in Berlin
Dr. Andrej Holm, Humboldt-Universität zu Berlin

Die neue AV-Wohnen – wieder ohne „schlüssiges Konzept“
Udo Geiger, Richter am Sozialgericht Berlin

Moderation: Walter Kuhn, DGB Berlin-Brandenburg, Abt. Arbeitsmarktpolitik